Fast Fashion - Ausstellung in Hamburg

Ein Besuch bei der Fast Fashion Ausstellung im Museum für Kunst und Gewerbe in Hamburg lieferte Interessantes aber auch Künstlerisches zum Thema Mode und Bekleidungsindustrie. Der Sports.Punk berichtet mit Begeisterung vom Besuch der Ausstellung.

Ein, mir gerade namentlich nicht bekannter, Philosoph meinte einst: "Die Aufgabe von Kunst besteht darin, Chaos in die Ordnung zu bringen." Das ist der Fast Fashion Ausstellung durchaus gelungen.


Daher kann man diese Ausstellung durchaus als Kunstausstellung sehen. Genauso habe ich sie auch wahrgenommen. Man denkt ja bei dem Titel "Fast Fashion - Ausstellung" schon daran, dass dabei dem Besucher ne Menge Facts n Figures an den Kopf geknallt werden. Uns bösen Konsumenten flach vorgeworfen wird, was für Unheil wir mal wieder mit dem Kauf des T-Shirts aus der Wühltheke bei KIK angestellt haben. Und natürlich Leute, die Pelze tragen, für das brutale Robbensterben verantwortlich sind.


Ist ja alles nicht falsch. Doch ganz so einfach haben es sich die Künstler für die Ausstellung nicht gemacht. Im Gegenteil: Wir waren im wahrsten Sinne des Wortes "schwer beeindruckt". Aber in erster Linie waren wir beeindruckt davon, wie künstlerisch dieses doch eher trocken anmutende Thema auf dieser Ausstellung dem Betrachter dargestellt wird. Klar, geht es hierbei um eine Informationen. Und klar, wir haben viel erfahren. Dennoch ist es sehr künstlerisch dargestellt und man wird daher nicht mit Informationen überladen. So war unser Eindruck zumindest.

Attribution: Taslima Akhter, CC Licence
Mehrere hunderte ArbeiterInnen starben beim Einsturz des Rana Plaza Gebäudes am 24.April 2013 in Bangladesh. Bekleidungshersteller für viele große, westliche Marken produzierten dort. Dieses Ereignis gilt als Mahnmal für die Fast Fashion. Attr.:T.Akhter

Bei der Ausstellung ging es um faire Sportbekleidung. Nein, besser gesagt: Es ging um die gesamte Bekleidungsindustrie und den Trend zu immer billigerer und öfter wechselnder Kleidung und damit zu unfairer Kleidung. Der Besucher lernte, dass wir durch die hohen Umwelt- und Arbeitsauflagen in Europa die schlechten Herstellungsbedingungen eigentlich nur in die Billiglohnländer verlagern. Da rühmen sich Politiker und Gewerkschaften mit immer tolleren Gesetzen und Vorschriften für Unternehmen. Am Ende führt das nur dazu, dass es für Unternehmer nur noch schwerer wird in Europa zu produzieren. Die Folge? -Sehen wir ja in den Billiglohnländern.

 

Genauso habe ich aber auch gelernt, dass die Fast Fashion für uns als Konsumenten ein Belohnungssystem darstellt. Das heisst, da Bekleidung immer billiger wird, kann ich mir öfter als früher erlauben Kleidung zu kaufen und mich damit zu belohnen. Auch das der Lohnanteil für dieses Shirt der Näherin in Asien oder Afrika unter 20Cent beträgt, wird mir anschaulich auf der Ausstellung dargestellt. Na dann Prost Mahlzeit: Ich belohne mich also mit etwas, wofür andere hart schufften müssen... Ja über solche Dinge machst Du Dir dann Gedanken.

 

Genauso zeigte mir die Ausstellung, dass im Schnitt 40% der gekauften Kleidung nie getragen wird. Es landet irgendwann auf dem Müll. Dank fast fashion und den Shirts, die so teuer wir ein Stück Käse sind oder den Jeans, die so teuer wie ein Eis im Eiscafé sind.

 

Natürlich werden auch die ökologischen Konsequenzen der fast fashion beleuchtet. Für die Herstellung eines herkömmlichen Baumwollshirts beispielsweise, wird die Menge Wasser eines ganzen Swimmingpools benötigt. Wow. Da lohnt es sich wirklich mal drüber nachzudenken entweder mal das etwas teurere Biobaumwollshirt zu holen oder besser noch: Brauche ich überhaupt ein neues Shirt?

 

Uns hat die Ausstellung wirklich gut gefallen. Vor allem wenn Du auch nur ein bisschen an Bekleidung, Design und Mode interessiert bist, solltest Du Dir das nicht entgehen lassen.

 

Ich danke meinem Bruder, der mich auf diese Ausstellung aufmerksam gemacht hat.

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Kommentare: 3
  • #1

    Darla Lones (Mittwoch, 01 Februar 2017 07:14)


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  • #2

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  • #3

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