Große Textilfirmen verhindern Mindeststandards des Ministers

Laut einem Bericht in der Freitagsausgabe vom 17.10.14 der taz (hier die Online-Version) haben die großen, deutsche Kleidungsunternehmen den Aktionsplan zur Einführung von Mindeststandards für Textilhersteller vom Entwicklungsminister Gerd Müller zum Scheitern gebracht.

Der Aussage ihres Handelsverbandes, dem HDE, nach zu urteilen, fühlen sie und ihre Produzenten (z.B. in Bangladesh oder Kambodscha) sich nicht dazu in der Anlage diese umzusetzen. Die von Minister Müller angedachten Mindeststandards beinhalteten zum Einen höhere Mindestlöhne für die NäherInnen (=soziale Standards) und zum Anderen ökologische Standards, wie z.B. Vermeidung umweltschädlicher Chemikalien in der Kleidung. Doch wo große Hersteller wie Adidas und Puma und Handelsriesen wie C&A und Kaufhof aus dieser Vereinbarung ausgestiegen sind, machen die Standards keinen Sinn mehr.

 

Das ist ein Skandal! Reden sich hier doch mal wieder die großen Player -auch oder gerade aus dem Sportbekleidungsmarkt- aus der Verantwortung. So meint auch Hannes Koch in seinem Beitrag in der taz, dass die großen Firmen und ihre Lobby die Hauptschuldigen sind. Im zweiten Schritt sei auch die Politik für das Versagen in die Verantwortung zu ziehen, da sie keine Gesetze zur Bestrafung bei Nichteinhaltung der Standards verabschiedet.

 

Wie der Autor meint -und da stimme ich zu- zeigen die großen Firmen und ihre "08/15 - Manager" mit ihrer Entscheidung die Standards nicht zu befolgen, wieder einmal, dass sie all ihrer Greenwashingkampagnen und tollen Nachhaltigkeitsberichten zum Trotz in erster Linie nur an den Gewinn ihrer eigenen Firma denken -und nichts anderes.

 

Ich gehe aber weiter als der taz-Autor und belasse es nicht in den Händen der Politik. Das ist immer der leichte Weg die Verantwortung bei "denen in Berlin" zu lassen. Nein, das zeigt mir vielmehr -und ich wünsche mir Dir auch, dass wir als Endkunde, die Sache in die Hand nehmen müssen! Denn die beschriebene Haltung der Großen zeigt uns doch: Noch nicht einmal politische Vorstöße -so oberflächlich sie auch am Ende sind- veranlassen Adidas, Puma und die anderen 08/15 - Hersteller und Händler zum Umdenken. Doch es gibt Alternativen.

 

Für diese kann sich nicht immer und jeder entscheiden. Das ist mir bewusst. Doch wenn wir beim Klamottenkauf alle nur ein bisschen unsere Birne einschalten (und auch das Smartphone mit seinen vielen smarten Apps hinsichtlich fairen Konsums), bringen wir am Ende sogar die Großen zum Umdenken. Bis dahin gibt es äußerst mutige und kreative Start-Ups und etablierte Unternehmen(Vaude, Trigema...), die ich auf diesem Blog vorstelle. Sie machen sich durchaus einen Kopf über soziale und ökologische Standards und sehen dabei noch top aus. Also zieh Dein Top aus und tausche es gegen eins von denen ;-)

 

In diesem Sinne, hoffe ich Euch wieder einmal zum Nachdenken angeregt zu haben. Aber biite lasst Euch dadurch nicht die Freude am Sportmachen verderben. Über Vorschläge zu Unternehmen oder Produkten, die ich hier vorstellen kann, freue ich mich immer.

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