Nachhaltigkeit bei den großen Sportmarken

Wie ich bereits in dem Artikel über das Buch „Pitch Invasion“ über die die Geschichte von Adidas und Puma berichtete, ist Adi Dassler für mich ein Vorbild. Nämlich dahingehend, dass er die Firma aus voller Überzeugung von Sport und das er diesen verbessern wollte, heraus gründete und geleitet hat. Mittlerweile sind die beiden Firmen für mich nichts besonderes mehr. Die Produktion ist eh nicht mehr in ihrer Hand und ihre einzige Kernkompetenz ist das Marketing. Die Produktentwicklung ist in meinen Augen nicht mehr sehr revolutionär.

 

Jedoch hinsichtlich Nachhaltigkeit –finde ich- geht da noch einiges. Puma ist da mittlerweile weiter als sein großer Bruder Adidas. Doch in meinen Augen ist auch da nur vieles greenwashing. Versteht mich bitte nicht falsch: Ich finde es toll von Puma, dass sie immer mehr im Thema nachhaltige Sportbekleidung tun. So veröffentlichen sie bspw. den CO2 – footprint der Herstellung, bringen Sportbekleidung aus recyceltem Material raus, machen Lieferantenscreening, etc.

 

Doch sind das immer noch Tröpfchen auf den heißen Stein. Denn das Grundproblem packen auch sie nicht an. Wahrscheinlich ist es auch für eine Sportmarke, die international den sportlichen Massenmarkt bedienen will nicht möglich. Ich weiß es nicht. Doch findet auch die Puma-Produktion in Billiglohnländern in Asien und immer mehr in Nordafrika statt. Denn die Lohnverhältnisse werden in Asien zusehends unlukrativ für Billigproduzenten.

 

So verlagert sich diese immer mehr nach Nordafrika. Nike, Adidas, Puma und all die bekannten Massenproduzenten bräuchten m.E. kein greenwashing betreiben, wenn sie lokal oder regional herstellen würden. Aber klar, darunter würde die Rendite leiden und der Preis für deren Klamotten wäre im Laden wäre höher. Das Ergebnis sehen wir in immer mehr Nachrichten über einstürzende Produktionsgebäude, eingenähte Hilferufe, usw.

 

Wir als Konsumenten können uns dabei getrost die Frage an uns selber stellen: Brauchen wir so viel billige Sportschuhe und Sportbekleidung denn überhaupt? Ist es nicht sinnvoller ein paar Euro mehr zu zahlen für das neue paar Lauftreter, die dann aber vielleicht länger halten oder sogar wie die Laufschuhe von Lunge erneuert werden anstatt komplett auf der Deponie enden?

 

Das Argument nicht jeder hat das Geld sich teure nachhaltig produzierte oder fair gehandelte Sportartikel zu kaufen ist damit nicht aus der Welt. Doch wenn wir uns bei jeder Anschaffung –alle- die obigen Fragen nur stellen, kommt man in vielen Fällen auf Alternativen:

 

  • Brauche ich das neue Teil überhaupt wirklich oder ist es wiedermal nur die Werbung, die mir das Bedürfnis suggeriert hat?
  • Was sind überhaupt die Gründe, dass ich auf einmal das Bedürfnis nach diesem Artikel habe? Am Ende geht es ja immer noch um das Sport machen an sich und nicht um eine Modenschau, bei der es darum geht was man trägt.
  • Kann ich das alte Teil nicht einfach flicken oder upcyceln –wie es so schön heißt?
  • Gerade bei Sportbekleidung nicht immer einfach, aber trotzdem eine Frage wert: Kann ich das Teil nicht bei einem Freund oder Bekannten leihen, weil ich es nur punktuell brauche?

 

Nochmal: Ich möchte nicht falsch verstanden werden und Adidas und gerade Puma für ihre Initiativen im Bereich der Nachhaltigkeit verteufeln. Im Gegenteil: Ich bin froh, dass sie das Thema endlich überhaupt anpacken. Doch ich finde, sie könnten mehr mit den Mitteln, die ihnen zur Verfügung stehen tuen.

Doch wahrscheinlich sind große Firmen einfach zu träge und risikoscheu, um so richtige innovative und teilweise revolutionäre Wege zu gehen wie dies manche Start-Ups und viel kleinere Klittchen schaffen.

 

Denn dass es geht, zeigen die auf diesem Blog vorgestellten Sportartikel. Und das werden immer mehr. Siehe dazu bspw. die Oat-Shoes, die Lunge Laufschuhe, die Pyua Skibekleidung und weitere folgen…

 

Sie sind sicherlich auch nicht in jedem Aspekt der Nachhaltigkeit perfekt. Aber mit wenigen Mitteln packen sie die Probleme an und probieren es einfach. Wie z.B. die Oat-Shoes, die aus kompostierbaren Materialien hergestellt sind oder die Lunge Schuhe, die einfach mal in Deutschland hergestellt werden.

 

Also Adidas und Puma: Weiter so im Thema Nachhaltigkeit, bitte!

Doch nicht in diesen Pisspottschritten. Strengt Euren Gripps an und nehmt Euren Mumm zusammen, damit es auch endlich wahrhaft nachhaltige Sportbekleidung für den Massenmarkt gibt.

Wenn Ihr darauf –warum auch immer- keine Lust habt, kommen halt andere und machen´s Euch vor wie´s geht.

 


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